Frederike Schmidt

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Frederike Schmidt

Interviewverfahren und ihr Potenzial als Erhebungsmethode in der Fachdidaktik Deutsch

In der Praxis der empirisch forschenden Deutschdidaktik gehören Interviews mittler-weile zum festen Repertoire. Interviewverfahren sind dabei nicht nur in größere quantitative Untersuchungen integriert; gerade in der Deutschdidaktik gibt es auch eine stetig steigende Zahl an wissenschaftlichen Qualifikations-arbeiten, in denen Interviews die zentrale Erhebungsmethode darstellen. Was macht Interviews so attraktiv für unsere Disziplin und für welche spezifischen Forschungsfragen ist diese Erhebungsmethode geeignet (und für welche eher nicht)? Denn obwohl Interviewverfahren für die Gewinnung von Daten zunächst einfach und forschungsökonomisch gut durchführbar erscheinen mögen: Interviews sind eine anspruchsvolle Forschungsmethode in der qualitativen Sozialforschung. Forschende befinden sich hier in einem mehrfachen Spannungsfeld, z.B. zwischen Offenheit und strukturieren-den Vorgaben in der Interviewkommunikation oder bezogen auf Nähe und Distanz zwischen den Gesprächspartnern.

Was muss ich also bedenken, wenn ich mich im Rahmen ei-nes deutschdidaktischen Forschungsprojekts für Interviews als Erhebungs-methode entscheide und eine “Qualität qualitativer Daten” (Helfferich 2011) in meiner Untersuchung anstrebe? Welche übergreifenden und fachspezifischen Herausforderungen müssen für die Auswahl, Konzeption und Umsetzung dieser Erhebungsmethode berücksichtigt werden?
Die genannten Aspekte sollen im Vortrag diskutiert werden. Neben einem knappen Überblick über unterschiedliche Interviewvarianten steht die metho-dische Vorgehensweise bei den vielfach genutzten Leitfadeninterviews im Zen-trum. Anhand von Beispielen aus eigenen Untersuchungen der Referentin sollen den Zuhörern wichtige Vorbereitungs-,Organisations-und Durchführungsschritte nachvollziehbar und transparent gemacht werden.

 

 

Frederike Schmidt ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fachdidaktik Deutsch der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft.