Miriam Langlotz

Grammatische Textanalyse als Methode zur Untersuchung von Textkompetenz

Dr. Miriam Langlotz

Dr. Miriam Langlotz

Die Analyse grammatischer Merkmale in Schüler-texten ist in der Schreibentwicklungsforschung ein bewährtes Instrument, um auf das Vorhandensein bestimmter Teilkompetenzen von Textkompetenz schließen zu können. Vor allem die Satzkomplexität (meist gemessen an der Anzahl und Art von Neben-sätzen) wird häufig als möglicher Indikator für konzeptionelle Schriftlichkeit interpretiert (z.B. bei Augst/Faigel 1986, Augst et al. 2007). Ein weiteres grammatisches Merkmal ist die Anzahl und Art der verwendeten Junktoren, das ebenfalls als Indikator für die Fähigkeit zur kohärenten Textgestaltung, zur Rezipientenorientiertung, aber auch für Textsorten-kompetenz betrachtet wird (z.B. Feilke 1996, Schmidlin 1999, Bachmann 2002, Langlotz 2014).

In meinem Vortrag werde ich die theoretischen Grundlagen der grammatischen Textanalyse von Schülertexten vorstellen und anschließend an einigen Auswertungsbeispielen den Nutzen der Verfahren diskutieren, sowie der Frage nachgehen, welche Teilkompetenzen mithilfe dieses Analyseverfahrens untersucht werden können.

  • Augst, Gerd; Faigel, Peter (1986): Von der Reihung zur Gestaltung. Untersuchung zur Ontogenese der schriftsprachlichen Fähigkeiten von 13 – 23 Jahren. Frankfurt a.M.: Peter Lang.
  • Augst, Gerhard; Disselhoff, Katrin; Henrich, Alexandra; Pohl, Thorsten; Völzing, Paul-Ludwig (2007): Text – Sorten – Kompetenz. Eine echte Longitudinalstudie zur Entwicklung der Textkompetenz im Grundschulalter. Frankfurt a.M.: Peter Lang.
  • Bachmann, Thomas (2002): Kohäsion und Kohärenz: Indikatoren für Schreibentwicklung. Zum Aufbau kohärenzstiftender Strukturen in instruktiven Texten von Kindern und Jugendlichen. Innsbruck: Studienverlag.
  • Feilke, Helmut (1996): From syntactical to Textual Strategies of Argumentation. Syntactical Development in Written Argumentative Texts by Students aged 10 to 22. In: Argumentation 10/2. 197-212.
  • Langlotz, Miriam (2014): Junktion und Schreibentwicklung. Eine empirische Untersuchung narrativer und argumentativer Schülertexte. Berlin u.a.: De Gruyter.
  • Schmidlin, Regula (1999): Wie Deutschschweizer Kinder schreiben und erzählen lernen. Textstruktur und Lexik von Kindertexten aus der Deutschschweiz und aus Deutschland. Tübingen/Basel: Francke.

Dr. Miriam Langlotz promovierte zum Thema „Junktion und Schreibentwicklung. Eine empirische Untersuchung narrativer und argumentativer Schülertexte“.
Ihre Dissertation ist 2014 in der Reihe Germanistischer Linguistik erschienen und verbindet sprachdidaktische und linguistische Forschung mit statistisch-empirischen Methoden. Sie arbeitet zurzeit als Mitarbeiterin an der Universität Kassel und der Universität Gießen. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Grammatik und ihrer Didaktik, Untersuchungsmethoden von literaler Kompetenz sowie soziolinguistischen Fragestellungen.